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Diesen Einfluss haben Wechseljahre auf Ihre Haut

Diesen Einfluss haben Wechseljahre auf Ihre Haut

Die Wechseljahre sind eine Phase im Leben der Frau, in der sich vieles verändert. Neben hormonellen und emotionalen Veränderungen nehmen die Wechseljahre auch Einfluss auf Ihre Haut. In diesem Interview mit Dermatologin Dr. Hartmann erfahren Sie, wie sich Ihre Haut in den Wechseljahren verändert. Sie erhalten außerdem hilfreiche Tipps, um den Einfluss von Wechseljahren auf die Haut zu mildern.

Was passiert in den Wechseljahren im Körper?

Dr. Hartmann: Die Wechseljahre bedeuten viel Veränderungen im Leben und im Körper einer Frau. Sie sind der stufenweise Übergang von den fruchtbaren Jahren, in denen eine Schwangerschaft eintreten kann, zu den unfruchtbaren Jahren, in denen die Eierstöcke keine reifen Eizellen mehr produzieren. Mit durchschnittlich 50 Jahren sind in den Eierstöcken der Frau schließlich keine Follikel mehr vorhanden, die zu einem eisprungfähigen Follikel heranwachsen können. Da die Follikel Östrogene bilden, nimmt die Östrogenproduktion im Körper der Frau immer mehr ab. 

Als Folge kommt es schließlich zur letzten, von den Eierstöcken gesteuerten Menstruationsblutung: der sogenannten Menopause. Mit dem Östrogen sinkt auch das Progesteron, sowie die Hormonvorstufe DHEA, das sogenannte „Jugendlichkeitshormon“. Durch dieses verschobene Hormongleichgewicht kann es während der Wechseljahre zu verschiedenen Symptomen kommen. Dazu zählen: 

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen

Was viele Frauen nicht wissen und erst später bemerken: Auch die Haut ist von Hormonveränderungen in den Wechseljahren betroffen.

Welchen Einfluss haben Wechseljahre auf die Haut und was sind die sichtbaren Anzeichen?

Dr. Hartmann: Durch die verminderte Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen sowie der verminderten Hyaluronsäure-Produktion in den Wechseljahren, können Ihre Hautschichten weniger Wasser binden. Das führt zu trockener Haut in den Wechseljahren und die Spannkraft lässt nach. Da Östrogene eng an der Bildung von Kollagen sowie Elastin der Haut beteiligt sind, führt ein Fehlen dieser Hormone zu einer dünneren Kollagenschicht, die Haut verliert an Festigkeit, die Konturen wirken schlaffer. Neben dem Kollagenverlust in den Wechseljahren nimmt außerdem die Fähigkeit der Haut ab, freie Radikale zu neutralisieren. Dies spielt eine große Rolle bei der Hautalterung.

Außerdem verlangsamt sich die Zellneubildung in der Epidermis, ältere Hautzellen häufen sich, der Teint sieht matter aus. Zusätzlich wird die Oberhautschicht dünner, die Hautdichte nimmt stetig ab und auch Gefäße scheinen vermehrt durch. In den Wechseljahren reagiert Ihre Haut empfindlicher auf den Einfluss von Umweltfaktoren, wodurch sich auch Pigmentflecken stärker ausbilden können. Dadurch, dass die männlichen Hormone in den Wechseljahren überwiegen, kann es zu einer übermäßigen Talgproduktion kommen. Manche Frauen neigen außerdem zu Akne-artigen Symptomen und einem grobporigeren Hautbild.

Da sich in der Epidermis auch die Lipidsynthese verlangsamt, bildet sie weniger Hautfett. So ändert sich auch die Barrierefunktion der Haut. Die Haut erneuert sich also weniger schnell und wird empfindlicher oder trockener. Zudem verliert sie ihr natürliches Strahlen und das Hautbild wirkt matter.

Kann man seine Haut präventiv auf diese Zeit vorbereiten?

Dr. Hartmann: Durch eine gesunde Ernährung, ausreichenden Sonnenschutz und eine konsequente feuchtigkeitsspendende Hautpflege (z.B. mit Hyaluronsäure) können Sie die Haut optimal auf die Wechseljahre vorbereiten. Wenn Sie bereits hochwertige, antioxidativ wirkende Inhaltsstoffe wie Vitamin C oder Wirkstoffkombinationen verwenden, können Sie die Hautbarriere schon vor den Wechseljahren stärken. Ein täglicher UV-Schutz sollte so früh wie möglich die Bildung freier Radikale sowie Zellschäden mildern.

Was braucht die Haut während der Wechseljahre?

Dr. Hartmann: Die Veränderungen der Haut in den Wechseljahren sind durch die Alterung aller drei Hautschichten (Epidermis, Dermis und Subkutis) bedingt. Das Volumen verringert sich, die Haut wird dünner. Durch den Kollagenabbau verliert die Haut zudem an Spannkraft, die es wieder herzustellen gilt.
Um diesen Hautveränderungen entgegenzuwirken, sollten Sie Ihre Pflegeroutine in den Wechseljahren umstellen. Besonders geeignet sind Produkte, die speziell für die Bedürfnisse der Haut in den Wechseljahren entwickelt wurden. So sollte also die empfindliche gewordene Haut in den Wechseljahren besonders geschützt und die trockene Haut optimal mit Feuchtigkeit versorgt werden. Auch ein fahler Teint kann wieder an Frische und Ausstrahlung gewinnen.

Welchen Einfluss kann Kosmetik haben? Welche Wirkstoffe mildern den Einfluss der Wechseljahre?

Dr. Hartmann: Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass Kosmetik die Anzeichen der Wechseljahre auf die Haut mildern können. Nachweislich effektive Wirkstoffkombinationen enthalten hautverdichtende sowie feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe.

  • Dazu zählt beispielsweise Hyaluronsäure, ein natürlicher Bestandteil der Haut. Die körpereigene Produktion lässt aber in den Wechseljahren deutlich nach. Da Hyaluronsäure wasserbindend ist, kann sie langanhaltend und intensiv Feuchtigkeit in der Haut binden. Sie erscheint dadurch straffer, praller und glatter.
  • Pro-Xylane verdichtet die Hautstruktur auf allen drei Ebenen: Epidermis, Epidermo-dermale-Junktionszone und Dermis. Die Haut gewinnt an Volumen und Festigkeit, die Konturen wirken redefiniert.
  • Keratolytisch wirkende Aktivstoffe wie HEPES oder Jasmonsäure entfernen alte Hautzellen und verbessern den Teint.
  • Pflegende Inhaltsstoffe wie Fettsäuren, Karité-Butter oder Glycerin mildern das Spannungsgefühl sowie Hauttrockenheit.
  • Vitamin C kann die hautreizenden freien Radikale neutralisieren und auftretende Pigmentflecken mildern.
  • Thermalwasser stärkt zudem die Hautschutzbarriere.

Was braucht die Haut nach den Wechseljahren?

Dr. Hartmann: Mit zunehmendem Alter verliert die Haut an Vitalität sowie Leuchtkraft. Durch die Hormonänderung in den Wechseljahren ist die Haut nach dieser Zeit dünner und trockener. Sie sollten also vor allem Feuchtigkeit und Lipide zuführen. Vielleicht steht das Bedürfnis, Falten zu mildern, nicht mehr im absoluten Fokus der Frau, aber es geht um Wohlgefühl sowie Ausstrahlung. Viele Frauen beklagen nach den Wechseljahren, dass ihre Haut weniger rosig wirkt. Den rosigen Teint gilt es genauso wiederherzustellen wie den Fettgehalt, um Spannungsgefühle zu mildern. Am besten sollte die Frau nach den Wechseljahren eine reichhaltige Nachtcreme verwenden und diese einmassieren. Dadurch kann die Haut die reichhaltigen Wirkstoffe in Ruhe über die Nacht aufnehmen.

Welche weiteren Tipps haben Sie für Frauen in den Wechseljahren?

  1. Sehr gut ist regelmäßige Bewegung in Form von Ausdauersport: Übergewicht oder wenig Sport kann die Beschwerden in den Wechseljahren tendenziell erhöhen. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft reguliert zudem die Körpertemperatur und sorgt außerdem für besseren Schlaf und beugt damit auch Depressionen vor. Auch Yogawirkt erwiesenermaßen beruhigend. Bei Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen können bestimmte Entspannungstechniken helfen.

  2. Da Nikotin die Östrogenwirkung abschwächt, sollten Sie nach Möglichkeit auf Rauchen verzichten. Auch Alkohol sollten Sie am besten nur in kleinen Mengen konsumieren. Hingegen sollten Sie auf eine ausreichende Wasserzufuhr von mindestens 2 Litern täglich achten. Damit Ihr Körper seine Temperatur besser regeln kann, sollten Sie heiße Getränke meiden, Kaffee sowie schwarzen Tee reduzieren.

  3. Da die Ernährung eine wichtige Rolle in den Wechseljahren spielt, sollten Sie auf ausgewogene, gesunde und nicht zu scharfe Speisen achten. Da sich der Stoffwechsel in den Wechseljahren ändert, sollte Sie auf weniger Fett, weniger Zucker sowie salzarme Kost setzen. So reduzieren Sie auch die Gewichtszunahme. Förderlich für ein gutes Körperbewusstsein sind z.B. Obst, Gemüse, Fisch, Vitamine (D, C, E, A) und Mineralstoffe, sowie phytoöstrogenhaltige Lebensmittel (Sojaprodukte, Granatapfel, Hopfen, Leinsamen, Hülsenfrüchte, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam, Trockenfrüchte und Rotklee). Diese pflanzlichen Inhaltsstoffe haben eine Östrogen-ähnliche Wirkung, ohne selbst hormonell im Körper zu wirken. Sollte es Ihrer Ernährung an diesen Nährstoffen mangeln, können Sie sie auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen.

  4. Letztlich ist es natürlich am effektivsten, wenn äußere sowie innere Faktoren zusammenwirken. Halten Sie sich möglichst wenig in der Sonne auf und verwenden Sie täglich Sonnenschutzprodukte mit Breitband-Lichtschutz-Filter (UVA und UVB-Filter).

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Wir, von der wissenschaftlichen Abteilung von Vichy Laboratoires, verfolgen das Ziel, die Forschung im Gebiet Wechseljahre weiter voranzutreiben. Hierbei ziehen wir bisherige Studien und Ergebnisse heran und entwickeln dieses Wissen gezielt und fundiert weiter. So können wir sicherstellen, dass wir Sie in dieser Lebensphase mit den bestmöglichen und hochaktuellen Informationen und Tipps unterstützen können.

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