Haarausfall bei Frauen hat viele mögliche Ursachen, die sich nicht selten gegenseitig verstärken. Besonders häufig sind Faktoren wie hormonelle Veränderungen, Nährstoffmangel, genetische Faktoren und chronischer Stress. Ohne eine genaue Ursachenanalyse kann es schwierig sein, den übermäßigen Haarverlust in den Griff zu bekommen. Ein Blutbild, eine hormonelle Untersuchung und ein dermatologischer Check helfen, den Auslöser einzugrenzen und deinen Haarausfall gezielt zu behandeln. Daran erkennst du die verschiedenen Arten von Haarausfall bei Frauen:
Diffuser Haarausfall bei Frauen
Diffuser Haarausfall betrifft den gesamten Kopf gleichmäßig. Die Haare werden insgesamt dünner, ohne dass vollständig kahle Stellen entstehen. Häufige Auslöser sind Eisenmangel, Infekte, Stress, Crash-Diäten oder hormonelle Schwankungen. Auch nach Operationen oder schweren Erkrankungen kann diffuser Haarausfall auftreten. Dieser ist meist reversibel, wenn du Ursache erkannt und der Haarausfall behandelt wird. Das Problem entsteht, wenn viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase wechseln. Nach etwa drei Monaten fallen sie schließlich aus. Diese verzögerte Reaktion kann das Herausfinden der Ursache erschweren. Hier kann unter Umständen ein Bluttest sinnvoll sein. Wird beispielsweise ein Mangel erkannt, kann gezielt gegengesteuert werden. In den meisten Fällen wächst das Haar dann wieder vollständig nach.
Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen
Erblicher Haarausfall wird durch die Gene beeinflusst. Die Haarfollikel reagieren empfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) – die biologisch aktivste Form des männlichen Sexualhormones Testosteron.1 Dadurch verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare. Typisch ist ein breiter werdender Scheitel sowie eine sichtbare Ausdünnung am Oberkopf. Die Stirnlinie bleibt meist erhalten. Ohne Behandlung schreitet der Haarverlust langsam, aber dauerhaft voran. Bewährte Therapien sind zum Beispiel Minoxidil, Laserbehandlungen und Mikronährstoffpräparate. Je früher du beginnst, desto mehr Haarfollikel lassen sich erhalten.
Kreisrunder Haarausfall bei Frauen
Kreisrunder Haarausfall, medizinisch Alopecia areata genannt, ist eine Autoimmunerkrankung. Dabei greift das eigene Immunsystem fälschlicherweise die Haarwurzeln an. Daraus resultieren plötzlich auftretende, runde kahle Stellen auf der Kopfhaut. In manchen Fällen fallen auch Augenbrauen oder Wimpern aus. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und oft reversibel. Behandlungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, Immuntherapien und Stressreduktion können das Haarwachstum fördern.
Hormoneller Haarausfall bei Frauen
Hormonell bedingter Haarverlust kommt bei Frauen sehr häufig vor und kann ebenfalls verschiedene Ursachen haben.
Hormonelle Schwankungen treten in verschiedenen Lebensphasen auf, etwa nach der Geburt, beim Absetzen der Pille oder in den Wechseljahren. Dabei kommt es vor allem zu einem Ungleichgewicht zwischen den weiblichen Östrogenen und den männlichen Androgenen.
Haarausfall bei Frauen in den Wechseljahren
Haarausfall in den Wechseljahren entsteht durch hormonelle Veränderungen und lässt sich mit gezielter Therapie oft mildern. Während der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel dauerhaft. Gleichzeitig gewinnen männliche Hormone an Einfluss, der sich auch auf die Haarwurzeln auswirkt und zu einer verkürzten Wachstumsphase führen kann. Typisch sind ein breiter werdender Scheitel und dünneres Haar. Auch Geheimratsecken sind bei Frauen in diesem Zusammenhang nicht selten. Viele Betroffene klagen zusätzlich über trockene Kopfhaut und Haarbruch. Hormonfreie Therapien wie Minoxidil, Shampoos und Kuren gegen Haarausfall sowie Laserbehandlungen können das Haarwachstum unterstützen. Auch eine gezielte Nährstoffversorgung ist wichtig. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser lassen sich die Haarfollikel erhalten.
Haarausfall bei Frauen nach der Geburt
Nach der Schwangerschaft fällt der Östrogenspiegel stark ab. Viele Haare wechseln daraufhin gleichzeitig von der Wachstums- in die Ruhephase. Dieses sogenannte postpartale Effluvium (Effluvium = übermäßiger Haarausfall) tritt meist zwei bis vier Monate nach der Geburt auf. Betroffene Frauen bemerken plötzlich starken Haarausfall beim Waschen oder Bürsten. Der Pferdeschwanz wird dünner, und die Kopfhaut kann sichtbar werden. Dieser Zustand ist in den meisten Fällen harmlos und vorübergehend. Nach etwa sechs bis zwölf Monaten normalisiert sich der Haarzyklus von selbst. Unterstützend wirken eine eiweißreiche Ernährung, Eisenpräparate bei nachgewiesenem Mangel, Biotin sowie sanfte Kopfhautpflege. Stressreduktion ist ebenfalls wichtig, da Schlafmangel und Belastung den Haarverlust verstärken können.
Haarausfall bei Frauen durch die Pille
Die Antibabypille beeinflusst den Hormonhaushalt künstlich. Nach dem Absetzen muss sich der Körper zunächst neu regulieren und benötigt dafür einige Zeit. Dabei kann es zu hormonellem Haarausfall kommen, dem sogenannten Post-Pill-Effluvium. Es äußert sich durch verstärkten Haarverlust, der zwei bis vier Monate nach dem Absetzen der Pille auftritt. Die Haare fallen in der Regel diffus aus, ohne klare kahle Stellen. Unterstützen kannst du – nach ärztlicher Absprache – mit Mikronährstoffen wie Zink, Biotin und Eisen. Auch eine ausgewogene Ernährung hilft, den Haarzyklus zu stabilisieren. In den meisten Fällen erholt sich das Haarwachstum innerhalb eines Jahres.