Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen der Körper das Strukturprotein Keratin, also den Hauptbestandteil deiner Haare bildet. Während des Haarwachstums werden diese Aminosäuren in der Haarwurzel zu Keratin verknüpft. Fehlen bestimmte Bausteine oder steht dem Körper insgesamt nicht genügend Eiweiß zur Verfügung, wird die Keratinbildung beeinträchtigt. Daher können Aminosäuren vor allem dann einen wertvollen Beitrag für die Haargesundheit leisten, wenn der Haarverlust im Zusammenhang mit einer unzureichenden Nährstoffversorgung steht.
Welche Aminosäuren sind für gesundes Haar besonders wichtig?
Nicht alle Aminosäuren erfüllen die gleiche Funktion beim Haarwachstum. Vor allem schwefelhaltige Aminosäuren gelten als wichtige Bausteine des Keratins, da sie entscheidend zur Stabilität der Haarstruktur beitragen.
- L-Cystein: Die wichtigste schwefelhaltige Aminosäure für die Keratinbildung. Sie bildet stabile Disulfidbrücken, die den Keratinfasern Festigkeit und Elastizität verleihen.
- Methionin: Ebenfalls eine schwefelhaltige Aminosäure und Vorstufe von L-Cystein. Sie trägt zur Bildung von Keratin bei und unterstützt den Aufbau der Haarstruktur.
- L-Lysin: Diese essenzielle Aminosäure ist an der Proteinsynthese beteiligt und unterstützt unter anderem die Aufnahme von Eisen, das für ein gesundes Haarwachstum wichtig ist.
- L-Arginin: Dient als Vorstufe von Stickstoffmonoxid, das die Blutgefäße erweitert. Dadurch kann die Durchblutung der Kopfhaut unterstützt und die Versorgung der Haarwurzeln verbessert werden.
Kann ein Mangel an Aminosäuren Haarausfall begünstigen?
Bekommt dein Körper über die Ernährung nicht ausreichend Aminosäuren oder kann er diese aufgrund bestimmter Erkrankungen nicht ausreichend verwerten, stehen weniger Bausteine für die Bildung von Keratin zur Verfügung. Das kann Haarausfall begünstigen, ist jedoch selten die alleinige Ursache. Häufig besteht ein Aminosäuren-Mangel im Zusammenhang mit einer insgesamt unzureichenden Eiweißversorgung, einer Mangelernährung oder stark einseitigen Diäten.