Ist Aluminiumchlorid im Deo schädlich?

Aluminium in Anti-Transpirantien gilt nach Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung als gesundheitlich sehr niedriges Risiko. Die Diskussion ist dennoch seit Jahren Thema. Wir schauen uns an, woher die Skepsis kommt, und werfen einen Blick auf die Studien.

Updated on : Juli 30 2026

Eine junge Schwarze Frau nutzt Deo-Stick zur Reduktion von Schweiß und Körpergeruch.

Das Wichtigste zu Aluminium in Deo im Überblick

  • Anti-Transpirantien enthalten in der Regel Aluminiumsalze, um die Schweißdrüsen oberflächlich zu verengen und so das Schwitzen zu verringern.

 

  • Aluminiumchlorid steht immer wieder in der Kritik, gesundheitsschädlich zu sein und sogar das Risiko für Brustkrebs zu erhöhen.

 

  • Studien liefern bislang keine belastbaren Hinweise auf ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft das gesundheitliche Risiko bei dauerhafter Anwendung von Deo mit Aluminium als sehr niedrig ein.

 

Was macht Aluminium in Deo?

Aluminiumchlorid (genauer gesagt: Aluminiumchlorohydrat) hat sich als sehr wirksam erwiesen, um den Schweißfluss zu verringern und in manchen Fällen nahezu zu stoppen. Es verengt nach dem Auftragen die Schweißdrüsen oberflächlich und vorübergehend, sodass weniger Schweiß an die Hautoberfläche gelangt. Diese Produktart wird als Anti-Transpirant bezeichnet.

 

Reden wir allgemein von Deo, umfasst dieser Begriff eigentlich zwei Produktarten: Deodorants und Anti-Transpirantien. Deodorants wirken, indem sie dank antibakterieller Wirkstoffe die Bakterien außer Gefecht setzen, die den Schweiß zersetzen und dabei für den typischen Schweißgeruch sorgen. Zusätzlich überdecken sie entstehende Gerüche mit feinen Duftnoten. Die Schweißbildung hemmen können sie jedoch nicht. Das gelingt ausschließlich mit Anti-Transpirantien. Die folgende Tabelle zeigt dir die Unterschiede zwischen Deodorant und Anti-Transpirant auf einen Blick.

 

 
Kriterum Deodorant Anti-Transpirant
Ziel Geruch reduzieren Schwitzen deutlisch verringern
Wirkung auf Schweiß hemmt Schweißbildung nicht verengt Schweißdrüßen oberflächlich & vorübergehend
Wirkung auf Geruch

hemmt geruchsbildende Bakterien, überdeckt Geruch ggf. mit Duft

reduziert Geruch indirekt, weil weniger Schweiß entsteht
Typische Wirkstoffe antibakterielle Wirkstoffe, Duftstoffe; im Text genannt: Zinkglukonat Aluminumsalze (z.B. Aluminumchlorid/ Aluminumchlorohydrat) 
Für wen sinnvoll? wenn dich ver allem Geruch stört oder du bewusst auf Aluminum versicheten willst bei starkem Schwitzen/ hohem Bedarf an Schweißkontrolle
Anwendungshinweise i. d. R. unkritisch, trotzdem auf Verträglichkeit achten nicht direkt nach der Rasur, nur auf intaker Haut 

Warum steht Aluminium in der Kritik?

Nachdem Aluminium bereits viele Jahre in Anti-Transpirantien zum Einsatz gekommen war, wurden plötzlich Stimmen gegen den Wirkstoff laut. Experten gaben zu Bedenken, dass das in Deos verwendete Aluminium sich im Körper anreichern und ab einer bestimmten Dosis gesundheitliche Schäden verursachen könnte. Denn: Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erdkruste und kommt somit natürlicherweise in Trinkwasser, Pflanzen und vielen Lebensmitteln vor. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (kurz: EFSA für European Food Safety Authority) legte 2008 einen Bericht vor, in dem sie einen wöchentlich tolerierbaren Aluminium-Wert von einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht ermittelt hatte. Die Experten gingen jedoch gleichzeitig davon aus, dass insbesondere bei einigen Bevölkerungsgruppen, vor allem Kindern, die wöchentliche Aufnahmemenge allein über die Nahrungsaufnahme den TWI (= Tolerable Weekly Intake, die maximale Aufnahmemenge von Stoffen, die im Laufe eines Lebens wöchentlich verzehrt werden kann, ohne dass daraus eine gesundheitsschädliche Wirkung resultiert) erreichen oder überschreiten kann.1

 

Brustkrebs durch Aluminium im Deo?

Ein Auslöser der Debatte war die Frage, ob Aluminium aus Deos mit Brustkrebs in Verbindung stehen könnte. Im Jahr 2011 rückten Forscher Aluminium in Deos in den Fokus, als sie erhöhte Aluminiummengen in der Brustflüssigkeit von Brustkrebspatientinnen nachweisen konnten.2 Man vermutete, dass die Nähe der Achseln zum Brustgewebe in Verbindung mit dem Langzeitgebrauch von aluminiumhaltigen Deos dazu beigetragen hatte.

Dies warf die Frage auf, inwieweit das Aluminiumchlorid in Anti-Transpirantien über die Haut aufgenommen wird – und ob auf diese Weise die Entstehung von Brustkrebs und anderen Erkrankungen (beispielsweise Alzheimer) gefördert wird. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (kurz: BfR) veröffentlichte im Februar 2014 eine Stellungnahme.3 Darin konnte nicht ausgeschlossen werden, dass eine langfristige Anwendung von aluminiumhaltigen kosmetischen Mitteln den von der EFSA empfohlenen Wert dauerhaft überschreiten könnte. Das BfR wies auf eine unklare wissenschaftliche Studienlage und einen erhöhten Forschungsbedarf hin.

Was sagt die Studienlage zu Aluminium in Deos?

Auswahl verschiedener Deoarten – Roll-ons, Sprays und Sticks – auf weißem Tisch arrangiert.
In den letzten Jahren wurde viel geforscht, sodass dem BfR schließlich im Jahr 2020 drei Humanstudien zur dermalen Bioverfügbarkeit von Aluminium aus aluminiumhaltigen Anti-Transpirantien vorlagen. Aufgrund der Ergebnisse nahm das BfR eine erneute Risikobewertung vor, die im Oktober 2023 noch einmal aktualisiert wurde. In dieser aktuellen Stellungnahme stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung das gesundheitliche Risiko als sehr niedrig ein und beruft sich dabei auf den gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand. Es müsse zwar immer die Gesamtaufnahme von Aluminium über Lebensmittel und aluminiumhaltige Produkte berücksichtigt werden, jedoch sei der Beitrag von Aluminium in Deos zur Gesamtbelastung wesentlich geringer als in der Vergangenheit angenommen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die regelmäßige Anwendung von aluminiumhaltigen Deos seien somit eher nicht zu erwarten.4

Extratipps für die sichere Anwendung deines Deos

Zusätzlich zur generellen Entwarnung des BfR kannst du mit der richtigen Anwendung von aluminiumhaltigen Deos für noch mehr Sicherheit sorgen. Wende Anti-Transpirantien am besten nicht direkt nach der Rasur und ausschließlich auf intakter Haut an. Auf diese Weise kannst du verhindern, dass mehr Aluminiumsalze als gewollt durch Mikroverletzungen der Haut aufgenommen werden. Ist deine Haut sehr sensibel, achte zudem auf Deo-Formeln speziell für empfindliche Haut, um Irritationen vorzubeugen. Der Vichy Anti-Transpirant 48H für empfindliche Haut ist ein sanft formuliertes Anti-Transpirant ohne Duftstoffe und ohne Alkohol. Es wirkt Schweiß- und Geruchsbildung bis zu 48 Stunden entgegen und hinterlässt ein angenehmes Hautgefühl. 

 

Gibt es ein Vichy Deo ohne Aluminium?

Möchtest du dennoch lieber ein Deo ohne Aluminium nutzen, kannst du auf unsere Alternativen zurückgreifen. Der Vichy Mineral-Deodorant 48H Deo-Roller ohne Aluminiumsalze hemmt die Schweiß- und Geruchsbildung dank Zinkglukonat und sorgt für langanhaltende Frische bis zu 48 Stunden. Die sanfte Formel ohne Alkohol und Duftstoffe ermöglicht auch bei sensibler Haut eine optimale Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Fazit: Entwarnung für Aluminium in Deos

Deos mit Aluminium bieten eine effektive Lösung gegen starkes Schwitzen und unangenehme Gerüche. Aktuelle Studien legen nahe, dass bei der dauerhaften Verwendung von aluminiumhaltigen Anti-Transpirantien nicht mit gesundheitlichen Folgen zu rechnen ist. Die Entscheidung, ob du ein Deo mit oder ohne Aluminium verwenden solltest, hängt daher allein von deinen persönlichen Vorlieben ab. Wähle dein Deodorant oder Anti-Transpirant den Bedürfnissen deiner Haut entsprechend aus, um den besten Schutz im Alltag und beim Sport zu gewährleisten. 

 

 

 

Quellen

1. European Food Safety Authority. EFSA Advises on the Safety of Aluminium in Food. Stand: 2008. URL: https://www.efsa.europa.eu/en/news/efsa-advises-safety-aluminium-food
2. Darbe, P.D. et al. Aluminium and human breast diseases. J Inorg Biochem. 2011 Nov; 105(11):1484-8. URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22099158/
3. Bundesinstitut für Risikobewertung. Aluminiumhaltige Antitranspirantien tragen zur Aufnahme von Aluminium bei. Stand: 2014. URL: https://www.bfr.bund.de/cm/343/aluminiumhaltige-antitranspirantien-tragen-zur-aufnahme-von-aluminium-bei.pdf
4. Bundesinstitut für Risikobewertung. Neue Studien zu aluminiumhaltigen Antitranspirantien. Stand: 2023. URL: https://www.bfr.bund.de/cm/343/neue-studien-zu-aluminiumhaltigen-antitranspirantien-gesundheitliche-beeinträchtigungen-durch-aluminium-aufnahme-ueber-die-haut-sind-unwahrscheinlich.pdf

 

FAQ: DEINE FRAGEN ZU ALUMINIUM IN DEO

1. Was ist die bessere Wahl: Deo mit Aluminium oder Deo ohne Aluminium?

Die passende Wahl hängt von deinem Ziel ab: Bei starkem Schwitzen unter den Achseln ist ein Anti-Transpirant mit Aluminium oft wirksamer. Möchtest du nur dem Geruch entgegenwirken oder bewusst auf Aluminiumsalze verzichten, kannst du stattdessen zu aluminiumfreien Deos greifen.

2. Gibt es ein Anti-Transpirant ohne Aluminiumsalze?

Nein, denn ein klassischer Anti-Transpirant basiert auf Aluminiumsalzen zur Schweißhemmung. Produkte ohne Aluminium werden meist als Deos bezeichnet und wirken primär antibakteriell – also geruchshemmend. Der Vichy MINERAL Deodorant 48H ohne Aluminiumsalze hemmt darüber hinaus die Schweißbildung dank Zinkglukonat.

3. Gibt es Bedenken bei einem Anti-Transpirant mit Aluminiumchlorid?

Nein, denn wissenschaftliche Bewertungen sehen bei üblichem Gebrauch jedoch bislang kein Bei sehr empfindlicher oder gereizter Haut kannst du sanftere Alternativen ohne Aluminiumsalze verwenden.

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