Nachdem Aluminium bereits viele Jahre in Anti-Transpirantien zum Einsatz gekommen war, wurden plötzlich Stimmen gegen den Wirkstoff laut. Experten gaben zu Bedenken, dass das in Deos verwendete Aluminium sich im Körper anreichern und
ab einer bestimmten Dosis gesundheitliche Schäden verursachen könnte. Denn: Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erdkruste und kommt somit natürlicherweise in Trinkwasser, Pflanzen und vielen Lebensmitteln vor. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (kurz: EFSA für European Food Safety Authority) legte 2008 einen Bericht vor, in dem sie einen wöchentlich tolerierbaren Aluminium-Wert von einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht ermittelt hatte. Die Experten gingen jedoch gleichzeitig davon aus, dass insbesondere bei einigen Bevölkerungsgruppen, vor allem Kindern, die wöchentliche Aufnahmemenge allein über die Nahrungsaufnahme den TWI (= Tolerable Weekly Intake, die maximale Aufnahmemenge von Stoffen, die im Laufe eines Lebens wöchentlich verzehrt werden kann, ohne dass daraus eine gesundheitsschädliche Wirkung resultiert) erreichen oder überschreiten kann.
1
Brustkrebs durch Aluminium im Deo?
Ein Auslöser der Debatte war die Frage, ob Aluminium aus Deos mit Brustkrebs in Verbindung stehen könnte. Im Jahr 2011 rückten Forscher Aluminium in Deos in den Fokus, als sie erhöhte Aluminiummengen in der Brustflüssigkeit von Brustkrebspatientinnen nachweisen konnten.2 Man vermutete, dass die Nähe der Achseln zum Brustgewebe in Verbindung mit dem Langzeitgebrauch von aluminiumhaltigen Deos dazu beigetragen hatte.
Dies warf die Frage auf, inwieweit das Aluminiumchlorid in Anti-Transpirantien über die Haut aufgenommen wird – und ob auf diese Weise die Entstehung von Brustkrebs und anderen Erkrankungen (beispielsweise Alzheimer) gefördert wird. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (kurz: BfR) veröffentlichte im Februar 2014 eine Stellungnahme.3 Darin konnte nicht ausgeschlossen werden, dass eine langfristige Anwendung von aluminiumhaltigen kosmetischen Mitteln den von der EFSA empfohlenen Wert dauerhaft überschreiten könnte. Das BfR wies auf eine unklare wissenschaftliche Studienlage und einen erhöhten Forschungsbedarf hin.