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Pille abgesetzt – Pickel! Der Zusammenhang zwischen Verhütung und Haut

Es ist ein weit verbreitetes Problem – mit dem Absetzen der Antibabypille spielt die Haut plötzlich verrückt und wie aus dem Nichts entstehen Pickel. Pille abgesetzt – Pickel: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Immer diese Hormone

In der Pille sind die künstlich hergestellten Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen enthalten – Hormone, die jeder Körper auch selbst produziert. Wer die Pille nimmt, greift in seinen natürlichen Hormonhaushalt ein. Denn die künstlich zugeführten Hormone suggerieren dem Körper, es wären bereits genug Hormone vorhanden und es müssen keine weiteren körpereigenen produziert werden. Die Produktion wird gedrosselt, die am weiblichen Zyklus beteiligten Hormone werden nicht mehr vom Körper selbst hergestellt.
Viele Pillen wirken also antiandrogen, d.h. sie blockieren, die bei Akne häufig vorhandene erhöhte Androgenproduktion der Ovarien, ebenso wirkt sich die erhöhte Östrogendosis (meist 35ug) positiv auf das Hautbild aus.
Das ist gut für die Haut, denn Pickel und Akne entstehen u.a. durch zu viele Gestagene, also männliche Hormone. Sie sorgen für eine erhöhte Talgproduktion und eine Verhornungsstörung der Talgdrüsenausgänge – der Talg kann nicht mehr abfließen, die Pore verstopft und Pickel können entstehen.

Pille abgesetzt – Pickel tauchen auf

Nach Absetzen der Pille verlieren diese Effekte ihre Wirkung, der Körper fährt seine eigene Hormonproduktion wieder hoch, um dieses Ungleichgewicht auszugleichen. Zunächst kommt es zu einem Überschuss an männlichen Hormonen – und ausgerechnet diese sind für eine erhöhte Talgproduktion verantwortlich.
Durch die Umstellung auf die frühere Hormonkonstellation mit einem Überschuss an Androgenen kann ein schlechteres Hautbild erfolgen. Und dann heißt es tatsächlich: Pille abgesetzt – Pickel.

Verstärkte Akne nach dem Absetzen?

Ich werde häufig gefragt, ob Akne nach jahrelangem Einnehmen der Pille beim Absetzen doppelt so stark wieder kommt. Pille abgesetzt – Pickel mehr denn je? Das kann sein, muss aber nicht. Denn das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zum einen natürlich von der Art der Pille, also ihren Inhaltsstoffen, der Stärke des Wirkstoffs und der Art des Wirkstoffs. Zum anderen aber auch von der hormonellen Ausgangsposition. In vielen Fällen kommt es beim Absetzen der Antibabypille, die speziell bei Zyklusstörungen oder bei Akne eingesetzt wird, zu verstärkter Akne.

Die richtige Pflege

Pille abgesetzt – Pickel. Und jetzt? In der Regel normalisiert sich der Hormonhaushalt nach ein paar Wochen und die Haut ist wieder im Lot. Bleiben Sie trotzdem nicht untätig, wenn sich Pickel zeigen und sich sogar entzünden. Denn auch Erwachsenen-Akne kann Narben hinterlassen. Wenn es heißt „Pille abgesetzt – Pickel“, hilft eine sorgfältige Pflege mit dermokosmetischen Produkten, das Hautbild zu verbessern. Denn bei einer guten und sanften Hautpflege mit milder Reinigungslotion und Feuchtigkeitscreme können viele Hautunreinheiten von selbst zurückgehen.

Vorsicht! Inhaltsstoffe beachten!

Es gibt Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten, die die Hautbarriere passieren und in den Körper gelangen können. Das ist grundsätzlich kein Problem. Wer aber die Pille abgesetzt hat, um schwanger zu werden oder schon schwanger ist, sollte in der Wahl seiner Pflegeprodukte vorsichtig sein und sich mit seinem Gynäkologen oder Dermatologen besprechen. Es gibt nämlich Stoffe, wie zum Beispiel der in Akne-Cremes vorkommende Wirkstoff Isotretinion, die sich über einen längeren Zeitraum im Körper einlagern und den Fötus schädigen können. Pille abgesetzt – Pickel? Achten Sie bitte ganz besonders auf die Inhaltsstoffe Ihrer Kosmetik.

Fazit: Pickel nach dem Absetzen der Pille entstehen durch das Hormonungleichgewicht

Wenn die künstlichen Hormone der Pille nicht mehr dem Körper zugeführt werden, kann es zu Pickeln kommen. Das ist aber häufig ein vorübergehendes Problem – sobald sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat, verbessert sich meistens auch das Hautbild. Pille abgesetzt – Pickel? Ja, das kann passieren, ist aber oft nicht von Dauer.

Unsere Expertin

Judith König
Frau König ist als Gynäkologin in einer Gemeinschaftspraxis in Osnabrück tätig. Ihr Studium der Humanmedizin hat sie an den Universitäten Erlangen und Würzburg absolviert und ließ sich zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Diakonissen-krankenhaus Dresden und Henriettenstift Hannover ausbilden.

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